





Rund 40 interessierte Gartenbesitzer folgtem der Einladung des OGV Lanzingen am vergangenen Donnerstag.
Im gut gefüllten Clubraum des Dorfgemeinschaftshauses begrüßte OGV Vorsitzender Dieter Kilgenstein die Anwesenden, und übergab danach an den Blühbotschafter und Biodiversitätslotsen Peter Siebert.
Nach einer kurzen Einleitung zum Thema stellte Siebert an die Anwesenden zunächst die Frage was sich hinter dem Begriff „Biodiversität“ eigentlich verbirgt.
Ganz klar die Antwort: Vielfalt – an Pflanzen, Tieren, Pilzen, natürlichen Lebensgemeinschaften und intakten Naturkreisläufen.
Elemente des Lebens die zusammenwirken wie ein gut eingeübtes Philharmonieorchester.
Doch leider ist heute diese Orchester arg gerupft – Einzelakteure wie Pflanzen und Tiere sind verdrängt oder schon ganz verschwunden, ganze Orchestergruppen sind auseinandergerissen – wie die natürlichen Nahrungsketten und Lebensgemeinschaften.
Als Ursachenkomplex ist die maximale Ausnutzung der natürlichen Resourcen durch die industrielle Landwirtschaft, der Flächenverbrauch durch Zersiedelung und Infrastruktur, der unverantwortliche Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, und vieles mehr verantwortlich.
Und hier kommen die Privatgartenbesitzer ins Boot.
In Summe sind die Privatgärten flächenmäßig genauso groß wie alle Naturschutzgebiete in Deutschland.
Hier – im eigenen Garten kann dem Trend des Artensterbens und dem Verlust der Vielfalt Parolie geboten werden.
Anhand von Beispielen wie Heckenpflanzungen, Anlage einer Eidechsenburg, eines Käferkellers und des klassischen Reisighaufens, stellte der Biodiversitätslotse den Zuhörern einfach umsetzbare, praxistaugliche Beispiele zur naturnahen Aufwertung ihrer Gärten vor.
Im Verlauf des kurzweiligen Vortrags wurde auch mit dem Halbwissen „Schneckenfressender Igel“, „Aggressiver Ackerdistel“, und dem Einfluss von nächtlicher Gartenbeleuchtung aufgeräumt.
Besonders im Fokus stand beim Vortrag die umfassende Bedeutung von Insekten als Bestäuber, Gartenhelfer, und Nahrungsgrundlage für Vögel und Kleinsäuger.
Aber auch deren enge Verbindung mit den dazu passenden Nahrungspflanzen – wie der Schmetterlingsart: „Pfauenauge“ zur Pflanze : „Brennessel“ wurde anschaulich mit großformatigen Fotos dargestellt.
Als gegen Ende der Veranstaltung im Clubraum kurz das Licht aus ging – und dafür 6 Teelichter zur Darstellung von Leuchtkäfern als „Glühwürmchen“ agierten – wurde allen Anwesenden die Notwendigkeit zu mehr „Dunkelheit“ und Verzicht auf Dauerbeleuchtung im Garten und rund ums Haus ohne viele Worte vermittelt.
Nach 90 Minuten beendete Peter Siebert, der im OGV auch als Naturschutzbeisitzer fungiert, seinen sehr lebendig gehaltenen Vortrag und beantwortete im Anschluss noch spezielle Fragen.
Text: OGV Stefanie Jackel
Fotos: OGV Peter Siebert

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