Den alten Boskoop wieder fit gemacht.

 

In vielen Hausgärten und privaten Streuobstwiesen findet man sie – die alten Apfelbäume. Vom Großvater gepflanzt und gehegt , ging es doch in schlechten Zeiten darum gutes Obst zu ernten.

Doch in der Zeit von Supermarkt und  Überfluss wurden die Bestände dann über die Jahre hin etwas vernachlässigt.

Mit der Renaissance der Streuobstwiesen und Aspekten der Selbstversorgung  stehen die alten Bäume und Sorten wieder im Focus.

 

Deshalb haben die Verantwortlichen des Obst- und Gartenbauvereins Lanzingen in diesem Jahr als Vorführbaum für den Winterschnitt einen ca. 70 Jahre alten Boskoop Apfelbaum ausgesucht.

Mit abgebrochenen Ästen, pflegebedürftig, und Bedarf nach fachgerechter Sanierung.

Um einerseits den Baum noch viele Jahre am Leben zu erhalten, und andererseits auch weiter qualitativ hochwertige Äpfel ernten zu können.

Auf der Streuobstwiese von Familie Gaul in Lanzingen steht ein solches Exemplar.

Ein Baum mit Baumpilzen, Spechthöhlen, und Astbrüchen,  von den Lebensjahren gezeichnet. 

Nach der kurzen Begrüßung der rund 50 Besucher durch den OGV Vorsitzenden Dieter Kilgenstein, zeigte der Fachwart des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine MKK Herr Thomas Mohn den fachgerechten Erhaltungsschnitt diese Altbaums.

Vor dem beherzten Griff zu Schere und Japansäge sollte immer eine sogenannte „Ansprache“ des Baumes erfolgen. „Schaut Euch erstmal in aller Ruhe den Baum rundum an, bevor Ihr eingreift“ gab Thomas Mohn den Zuschauern als ersten Hinweis.

 

Auch sollte jeder im Vorfeld seine eigenen Fähigkeiten mit Schere, Säge und Leiter richtig einschätzen um Unfälle zu verhindern.

Die Werkzeuge sind beim Schnitt alter Bäume besonders bedachtsam anzusetzen, der Baum kann auf Grund seiner altersbedingt nachlassenden Vitalität „Abgesägtes“ nur schwer ersetzen. Und das „Dransägen“ hat ja noch keiner erfunden. 

Jeder Sägeschnitt bedeutet auch immer eine Wunde am Baum und somit eine Infektionsquelle für Pilzbefall und Fäulnis.

Hier wünscht sich der Kreisfachwart Mohn den Verzicht auf die überall erhältlichen „Wundverschlussmittel“ – hier sollte auf`s „Zukleistern“ der Schnittflächen unbedingt verzichtet werden, da diese nur den Pilzbefall unter der Anstrichschicht fördern.

 

Als weiterer Aspekt des diesjährigen Winterschnittkurses wurde der Erhaltungsschnitt an Spalierobst vorgeführt.

Hier brachte Fachwartausbilder Thomas Mohn einen Apfel- und einen Birnen- Spalierobstbaum in Form.

Mit der Unterstützung aus vier OGV Backöfen wurden Mohnstreusel, Apfelstreusel, Riwwelkuche und Pfirsichmatte für Moritz rollende Kuchentheke gebacken und standen nebst Kaffee zur kleinen Stärkung zwischendurch bereit.
Dafür an großes Dankeschön an Anke, Hanne, Jana, Katrin und Moritz.

Nach rund 2,5 Stunden endete der rundum gelungene Nachmittag, jetzt heißt es das Gelernte selbst in die Tat umzusetzen und die eigenen Obstbäume fit für das neue Obstjahr zu machen.  ogv-lanzingen.com

 

Text+Fotos: P.Siebert OGV Lanzingen

 

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