Insektenhotels bauen – aber richtig

 

Der Obst- und Gartenbauverein Lanzingen hatte am vergangenen Samstag interessierte Bürger und Bürgerinnen zu einem Workshop: „Wie baue ich ein Insektenhotel“, nach Biebergemünd-Lanzingeneingeladen.

Der Workshop wurde vom Blühbotschafter der Gemeinde Biebergemünd, Peter Siebert geleitet. 21 Interessierte, aus nah und fern, nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Zu Beginn erläuterte Peter Siebert wichtiges Grundwissen zum Thema Nisthilfen für Insekten und Wildbienen.

– Wichtig ist der richtige Standort, am besten sonnig in Süd- Südostrichtung.

– Länger stehenbleibende Blühinseln inmitten von Rasenflächen bieten Insekten die dringend benötigten Nahrungsquellen im heimischen Garten. Intakte Trittstein-Biotope fördern insgesamt die Biodiversität und beugen Schädlingsproblemen vor.

– Auch das Aufstellen eines Insektenhotels und das Aufhängen von Nisthilfen für Vögel haben nachhaltige Wirkung.

– Besonders das Blütenangebot in unmittelbarer Nähe der sogenannten Bienenhotels ist für die Wildbienen überlebenswichtig, da diese nur im Umkreis von ca. 250m auf Pollen und Nektarsuche gehen.

Zum Verständnis über Wildbienen ist besonders wichtig die Unterschiede zwischen den allgemein bekannten Honigbienen und den unscheinbareren Wildbienen, Schwebfliegen und Co., zu kennen. 

Während Honigbienen hauptsächlich in ihren Bienenstöcken leben und Teil eines bis zu 50.000 Mitglieder großen Volkes sind, sind Wildbienen solitäreinsiedlerisch lebende Insekten. Auch bei der Wahl des Nistplatzes unterscheiden sich Wildbienen völlig von Honigbienen. Zwischen den zahlreichen Wildbienenarten gibt es auch noch mal große Unterschiede. Diese äußern sich zum Beispiel darin, dass es ganz schwarze, schwarz-gelbe oder auch rötlich-braune Arten gibt. Auch bei der Größe gibt es große Unterschiede zwischen den Arten. Manche sind außerdem eher pelzig, während andere kaum behaart sind. Die Wildbiene ist in der Regel sehr gut an die Pflanzen in ihrer Umgebung angepasst und ist gleichzeitig dafür verantwortlich, dass diese bestäubt werden. Der Nistplatz wird deshalb so gewählt, dass sowohl die Materialien zum Bauen eines Nestes in unmittelbarer Nähe sind als auch die passenden Futterpflanzen verfügbar sind. Der Aktionsradius einer Wildbiene liegt etwa zwischen 70 und 500 Metern.

Peter Siebert gab den interessierten Zuhörern wichtige Tipps zum Bau eines Insektenhotels und nahm sie dabei mit in seine „Insektenhotel-Werkstatt“. 

Baumärkte und das Internet bieten sicherlich eine Vielzahl an entsprechenden Insektennisthilfen und auch Bausätzen an, doch diese sind sehr oft ungeeignet für den eigenen Garten als auch für die Insekten.

Deshalb zeigte Siebert im praktischen Teil des Workshops die verschiedenen Arbeitsschritte und die Verwendung der unterschiedlichen Materialien zum Bau.

Welches Holz ist zur Erstellung der „Lochklötze“ geeignet, wie wird es bearbeitet, wie müssen Strangfalzziegel vorbereitet werden, und welche handwerklichen Hindernisse sind beim Verarbeiten von Schilfstengel zu beachten. All dies wurde gezeigt und Fragen beantwortet.

Den Insekten, Vögeln und anderen Tieren ist auch geholfen, wenn alte abgestorbene Bäume nicht abgesägt werden, sondern als Totholz bewusst stehen bleiben dürfen.

Eine weitere grundlegende Bedingung für die erfolgreiche Besiedlung eines Insektenhotels ist immer ein natürliches Umfeld mit einer abwechslungsreichen heimischen Pflanzenwelt.

Denn gerade die heimischen alten Blühpflanzen von Akelei bis Wollziest bieten das ideale Nahrungsspektrum für unsere Insekten und gedeihen ohne großen Pflegeaufwand im Garten.

Der hochinteressante Workshop endete dann in der Werkstatt von Peter Siebert mit Kaffee und Kuchen.

Weitere Infos zu dem Thema findet man auch auf der OGV Homepage :

ogv-lanzingen.com

 

Heinz-J. Fringes

(Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins Lanzingen)

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